Donnerstag, 23. Oktober 2008

"Thorsten, you are...

an Ironman", das rief mir Mike Reilley um genau 16:47h zu, nachdem ich die letzten Meter auf den Ali'i Drive in Richtung Zielkanal gelaufen bin und die Ziellinie überquert habe. Jetzt bin ich ein echter "Ironman"!

Um 3:45h hat der Wecker geläutet und es hieß aufstehen, ich war sogar einigermaßen ausgeschlafen. Mit dem Shuttle ging es dann um 4:20h ab zum Pier. Nach dem Body-Marking habe ich mich noch von Denise verabschiedet und bin in die Wechselzone.

Um die Zeit zu vertreiben, habe ich mich dann noch in der Nähe des Schwimmeinstiegs hingesetzt / hingelegt und bin x-fach fotografiert worden. Auch das ZDF kam an und hat mich (und den Krelli) noch kurz interviewt. Gegen 6:40h habe ich dann meinen Schwimmanzug angezogen und bin in’s Wasser. Der Start der Profis wurde mit Nationalhymne, gesungen von einem Hawaianer, fürchterlich, eingeleitet. Ich konnte mich zum Glück an einem Brett festhalten, ehe es dann um 7h auch für uns los ging.

Aber ich sag's euch, das war echt die Hölle. Ich habe mich beim Schwimmen eher weiter links und auch nicht zu weit vorne platziert, aber das war ein Geprügel von Anfang an. Schwimmschatten war erst mal gar nicht, irgendwann war ich dann rechts von den Bojen, ich muss also so quer rübergeschwommen sein. Die Wellen wurden weiter außen auch größer und ich merkte schon vor dem Wendepunkt, dass sich mein Nacken aufscheuert. Auf dem Rückweg hatte ich dann einen Schwimmschatten, der mir zwar etwas zu langsam war bzw. ich hätte schneller schwimmen können, aber ich dachte mir, was soll’s, die paar Sekunden oder Minuten. Aber das Härteste waren die letzten 200m parallel zum Pier, so ein Geschlage und Gedränge, unglaublich... aber nach 1:08:56 war die erste Hölle vorbei...

Dann kam auch gleich das erste Malheur, mein Bike-Bag war weg, ich hätte fast die Krise bekommen; ich schrie meine Nummer und das mein Beutel weg ist, aber das interessiert natürlich niemanden; irgendwann sah ich dann einen Volunteer mit den Beutel in der Hand direkt neben mir stehen, glaubst die hätte was gesagt... egal.

Ich bin zurückhaltend losgefahren, aber schon nach 800m hat sich bei einer Bodenwelle mein neu erworbenes Trinkflaschennetz (dieses gelbe Teil) davon gemacht, auch egal dachte ich mir, immer locker bleiben. An der ersten Zeitnahme war bei mir kein Piepsen zu hören, super mein Zeit-Chip war weg; ich voller Panik (no Chip, no time) wusste nicht was ich tun soll, aber eine andere Radfahrerin meinte nur, ich soll einfach weiterfahren. Auf der Strecke habe ich dann versucht so Wettkampfordner zu fragen, aber die wussten auch nichts, erst der Dritte meinte dann, ich soll mir beim 2.Wechsel einen neuen geben lassen, aber ganz geheuer war mir das nicht. Wie auch immer, auf dem Rad lief es zunächst ganz gut, viel Rückenwind, aber ich habe mich doch überholen lassen und bin mein Tempo gefahren. Ab KM65 etwa, ab da geht es dann Richtung Hawi, hat der Mumuku voll zugeschlagen. Ich habe noch nie solch starke Winde erlebt. Es geht immer leicht, zum Teil auch etwas steiler, bergauf und brutaler Wind von schräg vorne, sodass es mir häufig der Lenker so dermaßen verrissen hat, dass ich echt von links bis zur Straßenmitte geweht wurde; wie da manche mit einem 1080-Laufrad von Zipp fahren können...

Endlich der Wendpunkt in Hawi, ab da geht es dann rund 25km mit Rückenwind bergab und der Schnitt lag locker bei 37 oder 38 und ich dachte, dass ich locker unter 5h fahren würde, sogar eher 4:50h.
Bei KM110 etwa hatte ich es dann doch geschafft, mich etwas von der Gruppe um mich herum abzusetzen und es lief recht gut, ich wollte auf das kleinste Ritzel schalten, als die Kette über das Ritzel hinaus sprang und sich zwischen Rahmen und Kassette verklemmte, da ging gar nichts mehr, keine Treten war mehr möglich. Ich sah nicht nur meine gute Zeit, sondern auch das Finish sich in Luft auflösen. Ich musste anhalten und habe versucht mit hoch- und runterschalten, drücken, kurbeln etc. das wieder in Gang zu bringen. Durch Zurückdrehen des Hinterrads sprang die Kette wieder auf und ich konnte weiter fahren, allerdings hat ab da die Schaltung nicht mehr 100% funktioniert. Egal, das schlimmste Teilstück kam dann erst, wieder auf der Straße nach Kona, nur noch Gegenwind oder von schräg vorne, selbst leicht bergab ging nicht mehr als 25 oder so, das war echt die Hölle. Mir fingen an die Füße zu schmerzten, man musste immer drücken, echt übel. Aber dennoch konnte ich genau da Plätze gut machen, denn die anderen Athleten hatten sich vorher anscheinend doch etwas übernommen und brachen auf den rund 30km eher ein. Der Schnitt sank immer weiter; nur die letzten 15km war es wieder besser. Nach 5:14h war dann die zweite Hölle abgehakt...

Als ich in die Wechselzone kam, wurde mir das Rad abgenommen und ich fragte gleich nach einem Chip. Da hatte natürlich keiner eine Ahnung und einer schickte mich sogar in die Penalty-Box, die auch nichts wussten. Na ja, ich lief dann erst mal quer durch die Wechselzone zu meinen Beutel und wollte die Schuhe anziehen als ich dort einen Chip fand. Zunächst dachte ich, dass ich wohl beim Ausziehen meines Schwimmanzuges den Chip mit runtergerissen und zufällig mit in den Beutel getan habe. Ich bin dann zufrieden losgelaufen. Erst viel später kam mir, dass es ja ein anderer Beutel war, in dem der Chip lag. Anscheinend hat der Wettkampfrichter Bescheid gegeben und die haben mir einen Chip in den Beutel gelegt, haben mir aber leider nur nichts gesagt…
Ich ging nach 6:29h auf die Laufstrecke, das hieß ein lockeres 5er-Tempo und ich bringe das Teil in unter 10h nach Hause. Dementsprechend bin ich auch los gekrochen, auch da habe ich viele an mir vorbeiziehen lassen, aber der Puls war sofort hoch und ging auch nicht mehr runter. Die rund 16km unten am Ali'i-Drive sind mit der Sauna vergleichbar, da stand die Luft. Dann musste man die Palani-Road hochklettern und rund 10km auf dem Highway in Richtung Energy Lab laufen. Mein Ziel war jede Meile unter 8min zu laufen, was automatisch zur Sub10 führte, aber ich habe es nicht 100% darauf angelegt, ich wollte sauber durchlaufen. Auf dem Highway kamen uns dann auch die Führenden entgegen, aber von den Deutschen war leider nichts zu sehen.
Bis zum Energy Lab geht es immer leicht hoch, dann wieder leicht runter, dann irgendwann endlich links rein in den Hexenkessel. Die hatten da Thermometer aufgestellt, 42°!!!!!!
Auf den Rückweg dann wieder in Richtung Kona habe ich versucht mein Tempo einigermaßen zu halten, aber die Füße haben immer mehr geschmerzt, Krämpfe haben sich angebahnt... so schleppt man sich von Kilometer zu Kilometer bzw. von Meile zu Meile, immer unter 8min... und viele, die vorher zu schnell losgelaufen sind, trifft man dann wieder gehenderweise. Dann endlich hoch nach Kona (meine einzige Meile über 8min, da Verpflegungsstelle und berghoch), rechts die Palani-Road runter, noch die Meile einen kleinen Bogen, runter zum Ali'i und noch ca. 700m bis zum Ziel; mit jedem Schritt die Erfüllung eines Traumen näher, der Zielkanal, die Leute feuern dich an (ein paar Idioten müssen einen noch überholen), die Ziellinie... "You are an Ironman".Die dritte Hölle in 3:18h...
Im Ziel wird man dann zum Verpflegungsbereich geführt, wo dann auch schon Denise auf mich wartete. Überglücklich konnte ich mir mein Finisher-Shirt und meine Medaille abholen, Finisher-Fotos machen, mich massieren lassen und einfach dieses Event genießen. Später sind wir dann zurück ins Hotel, dort habe ich geduscht, was gegessen und wieder zurück zur Finishline-Party gefahren. Auf der Fahrt haben uns Einheimische mit einem Truck mitgenommen. Peter und Denise saßen hinten auf der Ladefläche, war echt klasse. Dort haben wir auch Werner Bruns getroffen, haben uns mit Pizza versorgt und die letzten Finisher angefeuert. Um 24h ging es dann zurück ins Hotel.

Der Meister Krelli kam mit 10:13h auch super durch.
Werner Bruns kam mit 10:55h rein, hat aber wohl mit seinen 59kg beim Radfahren Körner lassen müssen.
Peter Kavermann hat das Rennen nach 10:32h abgeschlossen und ist ebenfalls sehr gut durchgekommen und ist jetzt auch überglücklich.
Herbert Plank dürfte auch so bei 10:15h rein gekommen sein, weiß ich jetzt gar nicht genau.

So, jetzt ist "off-season"... oder wie ein Ami zu mir meinte "time to get fat!" :-)
Mahalo an alle!!!!!!!!!

Euer Thorsten

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Ready for Kona 2

Der Countdown läuft, noch 39h bis zum Start...

Die letzten drei Tage war ich noch meine 1,9km am Pier schwimmen, um mich an den Geschmack des Salzwassers, an den Wellengang, Anzug etc. zu gewöhnen. Leider hat der Wellengang die letzten Tage etwas zugenommen, aber kriegsentscheidend wird das hoffentlich nicht...

Am Dienstag war ein 10km-Lauf ins Energy Lab. Das Ganze war dann eher so ein 10km-Wettkampf mit einer Siegerzeit von ca. 34min. Ich habe mich dann vom letzten Platz bis ins Mittelfeld vorgearbeitet, sprich, ich bin echt locker gelaufen, denn was bringt es mir mich da abzuschießen, das Laufen am Samstag wird ohnehin die Hölle. Wenn man nur so da sitzt ist es echt angenehm, aber sobald man sich bewegt oder eben läuft, dann rennt dir der Schweiß in Strömen runter... Das Energy Lab an sich hat eigentlich nichts Besonderes, außer dass man noch 11km vor sich hat wenn man es wieder verlassen und kann :-)


Heute Morgen war noch der Unterpants-Run, wo der Krelli auch mitlaufen musste. Ganz witzig...


Heute Abend findet noch das Welcome Dinner statt, wo vermutlich auch alle Pro's anwesend sein und Interviews geben werden. Ab dann heißt es nur noch warten bis es endlich Samstag 7h ist...
Euer Thorsten

Montag, 6. Oktober 2008

Storck

Hier mein neues Rad, einfach nur noch geil...
Ein großes Dankeschön an Peter Keller, der innerhalb von 2 Tagen das Rad komplett aufgebaut hat, fantastisch...

Montag, 29. September 2008

Ready for Kona

Am Sonntagmorgen um 8:45h habe ich mit meinen Kumpel Krelli meine letzte etwas längere Radeinheit gemacht. Nicht, dass es nur kalt war, sondern auch neblig, sodass man zum Teil echt nichts gesehen hat.


Mittlerweile sind wir hier in Kona angekommen. 35° und mehr, 95% Luftfeuchtigkeit, der krasse Unterschied zum kalten und trüben Deutschland.
Die ganzen Stars laufen hier vor unserem Balkon auch immer schon brav auf und ab, z.B. der Stadler mit dem Macca zusammen, die Wellington im lockeren 3:30er-Tempo etc.

Unsere ersten Schwimm-, Rad- und Laufeinheiten haben wir auch schon hinter uns, aber ich sag's euch, vor allem das Laufen ist die Hölle, dir haut es da so dermaßen den Vogel raus, der Wahnsinn.

Das Schwimmen am Pier im Meerwasser ist eigentlich super. Das Wasser ist klar, das Salz gibt viel Auftrieb und man kann echt viele Fische sehen, sogar Schildkröten, die mitschwimmen, einfach super... wären da nicht die anderen Athleten, die mühelos an einem vorbeiziehen während man selbst kaum vom Fleck kommt...
Aber egal, nach so "harten" Trainingseinheiten kann man dann im legendären "Lava Java" bei einem Karottenkuchen und Kaffee entspannen...

Aloha

Thorsten

Sonntag, 7. September 2008

Gänsehautfeeling beim Bergtriathlon Rochlitz

Am vergangenen Wochenende fanden die Deutschen Meisterschaften im Bergtriathlon in Rochlitz statt (2,0/78/20).
Sonntagmorgen - gefühlte -5° - kam am Stausee wahres Gänsehautfeeling auf. Völlig entnervt von diesem Wetter quälte ich mich ein letztes Mal dieses Jahr in meinen Neo und stieg zusammen mit Michael Krell (die Pension Krell ist übrigens sehr zu empfehlen :-) ) in den Stausee. Dort mussten 2 Runden geschwommen werden und nach knapp über 30min kamen wir beide zeitgleich aus dem Wasser. Der Abstieg zur Wechselzone ist echt der Hammer, denn man muss einen steilen Hang hinunter, den viele dann auch kopfüber nehmen mussten...
Die Radstrecke war zum Glück einigermaßen trocken. So fährt man zunächst 13km nach Rochlitz und ab da 3 Runden mit je 22km. Die Strecke ist sehr bergig mit Steigungen von bis zu 10°, also noch machbar. Wind kam auch zunehmend mehr auf, aber egal...
Aber der Knüller kam dann auf der Laufstrecke, wo ein Steigeisen oder Bergsteigerschuhe hilfreich gewesen wären :-) Man läuft mitten durch den Wald über Stock und Stein hoch zur Rochlitzer Burg. Zum Teil sind die Stücke so steil, dass man echt gehen muss. Zudem war durch den starken Regen tags zuvor und nachts alles voll Schlamm und... und überhaupt, auf der anderen Seite geht es dann steil bergab... und das Ganze 2x.
Nach 4:29h kam ich dann als 5. ins Ziel.
Ein toller Wettkampf, wobei die Laufstrecke echt der Horror ist... und Ortskundige doch durchaus Vorteile haben.
Für mich selbst war es ein gutes Training. Ich habe mich nicht abgeschossen, sondern den Wettkampf im Gerade-noch-Wohlfühlbereich durchgezogen. Beim Schwimmen nicht verausgabt, 3 gleich schnelle Radrunden, 2 gleich schnelle Laufrunden...
Hawaii kann kommen.

Grüßle
Eure Bergziege

Sonntag, 10. August 2008

Kurzdistanz Erlangen




Die Anspannung steigt, Adrenalin pur, noch Sekunden bis zum Start ehe das Wasser zum Brodeln gebracht wird...
So sollte man sich vor dem Startschuss fühlen.

Wäre Denise nicht auch in Erlangen gestartet, hätte ich mich abgemeldet, ich hatte überhaupt keine Lust...
Die Bedingungen waren sehr gut (nun, wer in Roth gestartet ist, der empfindet jedes Wetter als gut :-) ), auch die Organisation, die Helfer etc.
Das Schwimmen im Kanal war ok, obwohl ich nach der Wende die Verfolgergruppe verlor und keine Muße hatte wieder ranzuschwimmen. Radfahren war mäßig, da haben mich Leute überholt, die ich eigentlich stehen lassen müsste, da fühlte ich mich doch etwas kraft- und drucklos. Das Laufen hingegen war sehr gut, aber erst nachdem Robert, der in der ersten Stationrunde direkt hinter mir war, mich anschrie: "Jetzt wennst net endlich gscheit läufst, dann gib ich dir nen Arschtritt!", ich hatte erst noch etwas gejammert, dass ich heute keine Lust hätte, habe mich dann zusammengerissen und bin dank der schnellsten Laufzeit noch von Platz 9 auf 4 vorgelaufen. Bei der Wende hatte der 3.Platzierte noch 1:55min Vorsprung, am Ende waren es nur 17sek. Mit einer Endzeit von 2:09:32 bin ich als Gesamtvierter (3.AK30) dann doch sehr zufrieden.
Sehr schön ist dann das Ziel, wenn alle Sportskollegen nacheinander einlaufen, man auf dem Sportplatz sitzt und sich über den Wettkampf unterhält...
Jetzt bin ich aber froh erst mal keine Wettkämpfe mehr zu haben, sondern einfach einen freien Kopf; und jetzt kann ich mich auf Hawaii vorbereiten...

So far
Grüße
Thorsten

Montag, 14. Juli 2008

Quelle Challenge Roth


8:59:42h, Platz 39 Gesamt

Vor genau 17h bin ich gestern wohl als einer der glücklichsten Menschen im Eldorado der Triathlonhochburg von Roth eingelaufen.
Die Bedingungen waren alles andere als perfekt, 14° und Regen. Schon morgens auf den Weg zum Start hat es geschüttet was das Zeug hielt. Ich dachte auch mehrfach daran erst gar nicht zu starten, weil es auf dem Rad einfach zu gefährlich ist. Unentschlossen und vom Kopf her auch nicht wirklich konzentriert, stieg ich dann trotzdem um 6:20h ins Wasser. Als der Startschuss fiel, konnte ich mich gleich in einer sehr guten Gruppe „festbeißen“, die so schnell schwammen, dass ich gerade habe mithalten können. Nach 54:53min stieg ich aus dem Wasser und traute meinen Augen nicht, meine Bestzeit um 7min gesteigert.
Der Wechsel lief gut und knapp 5h Radfahren im Dauerregen, teilweise Platzregen, standen mir bevor. Ich fuhr etwas verhalten los, um zum einen den Puls in den Normalbereich zu bekommen und um nicht gleich alle Körner zu verschießen. Leider fand ich weder auf der ersten noch auf der zweiten Runde jemanden, an dem man sich hätte etwas beißen und mitziehen lassen können. Ich wurde von drei vier Athleten überholt, die aber einfach schneller waren oder aber die ich überholte, waren nicht schnell genug. Nach 1h spürte ich schon kaum noch meine Füße, so kalt und nass war alles. So oft wie in den knapp 5h hatte ich noch nie ans Aufhören gedacht. Aufmunternd war dann der Solarer Berg, an dem trotz Regen die Masse tobte, dass einem fast die Ohren abfielen. Die erste Runde hatte ich in 2:18h, geplant waren eher 2:12h, aber in Anbetracht des Wetters war das ok. Schlimm wurde es dann auf der zweiten Runde, das waren insgesamt die schlimmsten 180km, die ich je gefahren bin. Ich fühlte mich kraftlos, mein Puls sank immer weiter, meine Muskeln schmerzten und ich wurde von Athleten überholt, die ich sonst stehen lassen würde. Der Kalvarieberg hoch war die Hölle, Regen, Gegenwind, da ging gar nichts. Als ich endlich nach 2:22h die zweite Runde hinter mir hatte und in Eckersmühlen rechts nach Roth zurück durfte, kam ein Wettkampfrichter an und schrie mir „Thorsten, you are out of race!“ Ich dachte, ich spinne. Er erklärte mir, dass ich nicht auf der offiziellen Wettkampfstrecke sei und umkehren sollte. Ich hielt an, kehrte um und fuhr zurück. Nach ca. ½ km schrie mir ein Passant zu, ich bin falsch, ich soll umkehren und nach Roth fahren. Völlig verwirrt kehrte ich nochmals um und fuhr wieder nach Roth. Im Nachhinein dachte der Wettkampfrichter wohl, dass ich erst eine Runde gefahren wäre und zu früh abgebogen bin. Nach 4:55h, inkl. Diesem Faux Pas, war der Radpart beendet. Passend dazu hatte auch der Regen aufgehört.
Auch der zweite Wechsel lief gut und ich konnte den Marathon in Angriff nehmen. Schon auf den ersten Metern merkte ich, dass dies heute schwer werden würde, sehr schwer. Meine Füße fühlte ich gar nicht, meine Oberschenkel schmerzten, alles tat weh. Da ich die Sub9h ohnehin schon abgehakt hatte, lief ich relativ locker los. Das Tempo war aber anscheinend doch ganz gut, sodass ich 4:15min/km relativ locker laufen konnte. Nach ca. 15km bekam ich die ersten Krämpfe im Oberschenkel hinten und musste raus nehmen; mein erste kleiner Durchhänger. Die Krämpfe begleiteten mich dann bis zum Ziel. Am Kanal entlang lief ich dann im Schnitt ein 4:30er Tempo, manchmal auch nur 4:40. Einen weiteren Durchhänger hatte ich dann so bei KM27, in Richtung Schleuse Eckersmühlen. Da plagten mich die Krämpfe doch sehr und ich musste immer wieder Tempo raus nehmen, mein Puls war schon längst im GA1-Bereich, obwohl ich gefühlsmäßig hätte schneller laufen können. Ich rechnete schon meine Endzeit hoch, wenn ich ein 5er-Tempo durchlaufen könnte, so 9:09h könnten es noch werden. Witzig war ein Italiener, der mich gleich zu Beginn der Laufstrecke überholte und frage wie spät es denn sei, da waren wir 6:20h unterwegs. Den holte ich an der Schleuse wieder ein und wir liefen leicht versetzt zusammen weiter. Bei KM35 fragte er wieder nach der Uhrzeit, da waren es 8:29h und ich meinte schon, wenn er unter 9h bleiben will, muss er jetzt Gas geben, aber er konnte auch nicht mehr wirklich. So bei KM36 konnte ich seltsamerweise noch einmal beschleunigen und sogar die 4:15min/km halten, teilweise sogar schneller. Meine Hochrechnung ergab dann ca. 9:05h. Bei KM38 waren es schon 9:03h und ich verfluchte diesen Wettkampfrichter innerlich aufs Äußerste!! Die Uhr zeigte 8:55:30h bei KM-Schild 41. Es ging noch einmal kurz einen Anstieg hoch und ab oben bin ich los gerannt was das Zeug hielt. Am Eingang zum Zieleinlauf hatte ich noch 85 Sekunden und ich spurtete durch den Zielkanal hindurch. Jemand reichte mir noch einen Blumenstrauß, den ich gleich wieder weg warf und rannte einfach. Als ich durch das Tor kam, sah ich die Uhr gegenüber, noch 30 Sekunden, ich wusste, das würde reichen, SUB9!!! (Marathonzeit 3:04:52) Im Ziel drehte ich mich um, um die Endzeit noch einmal zu betrachten als der Italiener ca. 10 Sekunden hinter mir ebenfalls in unter 9h ins Ziel lief. Er kam gleich an und umarmte mich…
Das sind die Momente, wo sich jede noch so harte Trainingseinheit, jede vorher erlittene Qual bezahlt macht; diese Momente sind unbezahlbar, die muss man sich hart erarbeiten, schön, wenn man dann auch die Ernte und den Lohn einfahren kann…

Euer Thorsten

Mittwoch, 2. Juli 2008

Rothseetriathlon

Am vergangenen Sonntag fand zum 20.Mal der Rothseetriathlon statt, mein letzter Test vor Roth.
Am Freitag lag ich noch mit einer Magenverstimmung im Bett und überlegte am Samstag bzw. Sonntagmorgen, ob ich überhaupt starten sollte, entschloss mich dann aber doch dafür.
Schwimmen lief super; ich konnte die führende Gruppe zwar nicht halten und musste aber der 1.Wendeboe alleine schwimmen. "Führende Gruppe", vor zwei Jahren war ich irgendwo im Mittelfeld, wenn überhaupt. Nach 21:23min stieg ich aus dem Wasser und hörte hinter mir den Sprecher „Robert Kellermann!“ ankündigen, was mich zusätzlich motivierte, wenngleich er sicherlich nicht 100% konzentriert an den Start gegangen war.
Der Wechsel verlief für meine Verhältnisse super! Keine Pulsprobleme!
Radfahren war gut. Ich bin (ganz ungewohnt) mit einer starken Gruppe auf die Strecke und wurde sogar überholt, aber der absolute Raddruck war nicht da. Ich denke, dass ich zugunsten des Schwimmens etwas an meiner Rad- und Laufleistung eingebüßt habe. Erst in Tiefenbach konnte ich 2-3 Radler, die mich ständig umkreisten, abschütteln, musste aber dann den Rest der Strecke ganz alleine fahren; von hinten kam keiner, an die vorne kam ich nicht ran. Die rund 40,5km netto mit 370 Höhenmetern hatte ich nach 1:01h absolviert.
Der 2.Wechsel war mäßig, Schuhe "schnüren" dauerte zu lange.
Das Laufen ging halbwegs. Da konnte ich danke der 9.schnellsten Laufzeit von 37:45min auf den 10,4km noch Plätze gut machen und mich von Platz 16 auf Platz 11 vorkämpfen. Alle meine Vereinskollegen vom
VfL Triteam Nürnberg feuerten mich auf der Wendepunktstrecke nochmals an und motivierten mich, Danke an euch!!
Insgesamt belegte ich mit einer Zeit von 2:03:55h – neue Bestzeit – den 11.Rang gesamt und den 4. in der AK. Die Bedingungen und die Organisation waren beides sehr gut.
Meine Frau Denise nahm auch teil und kam deutlich unter der angestrebten 3h-Marke ins Ziel.
Jetzt heißt es Ruhe bewahren und sich (auch mental) auch den 13.7. vorzubreiten… und hoffen, dass sich die Wetterprognose von derzeit 19° und starker Regen noch auf 23° und bewölkt verbessert!
Euer Thorsten

Montag, 23. Juni 2008

Erdinger Triathlon

Am Sonntag (22.6.) war der Erdinger Triathlon (1,5 / 48,5 / 10), eine sehr heiße Veranstaltung, was nicht nur an den über 33° lag.
Insgesamt ist der Erdinger Triathlon hervorragend organisiert, sehr gut ausgeschildert und in der Innenstadt feuern Zuschauer die Athleten an.

Ich wurde mit einer Zeit von 2:21:08 Gesamt 13. und bin vom Ergebnis her ganz zufrieden, wenngleich der Wettkampf nicht ganz optimal für mich verlief.

Denise startete um 10:05 auf die Sprintdistanz. Ich war in der letzten Startgruppe um 11:19 dran. Geschwommen wird eine große Runde im Kronthaler Weiher. Leider war nichts mit Wasserschatten, da - überwiegend Staffelschwimmer - alle doch deutlich langsamer waren. Ich bin an der ersten Boje schon zur Vorgruppe aufgeschwommen, dann auch bald zur Vorvorgruppe. Leider hatte ich etwas Schmerzen in der linken Schulter, war aber erträglich. Auf dem Rückweg war eine Sandbank, wo wir ein Stück laufen mussten :) Nach 22:30min war ich fertig und konnte bzw. musste das angenehme Nass verlassen. Der Wechsel lief super, Neo schnell runter, alles ran, los gings.

Auf dem Rad ging es einigermaßen. Die ersten rund 20km liefen mit etwas Rückenwind ganz gut, aber so 100% Druck hatte ich nicht. Ab dann wurde es bergiger und doch sehr wellig, ständig auf und ab. Auf dem Rückweg war dann viel Gegenwind, wo ich noch etwas Zeit gut machen konnte, die ich aber gleich wieder verlor als ich einem Bus hinterher fuhr, der leider in die für mich falsche Richtung fuhr. Mit insgesamt rund 450 Höhenmeter kann die Strecke durchaus als selektiv gewertet werden. Ich brauchte für die 48,5km genau 1:15, was einem Schnitt von 38,7 entspricht.
Beim Loslaufen hatte ich gleich zu Beginn üble Magenprobleme, was wohl an dem Gel lag, das ich kurz vorher noch genommen hatte; da ging auf den ersten 2-3km erst einmal gar nichts; ich war sogar kurz vor dem Gehen. Letztlich habe ich mich dann doch über die etwas mehr als 10km lange Strecke durchgequält und witzigerweise trotzdem nur andere Athleten überholt. Aber eine Zeit von 40:54min war zwar noch immer eine der schnellsten Laufzeiten, aber mein langsamster Triathlon-10er. Die Strecke verläuft zunächst in Richtung Innenstadt wo dann 2 Runden gelaufen werden müssen (kurvig, Kopfsteinpflaster, durch den Park mit etwas Schatten). Auch da habe ich es fertig gebracht mich zu verlaufen als ich rechts statt links abbog und mir ein Mann mit Kinderwagen entgegen kam (anscheinend hat ein Passant die Bande entfernt). Ich drehte um und die Athleten hinter mir liefen direkt in mich hinein, aber egal.
Alles in allem ein tolles Wochenende und ein toller Wettkampf, wo das Team Erdinger Alkoholfrei sich hervorragend präsentiert hat.

Sonntag, 1. Juni 2008

IM 70.3 Rapperswil

Aloha,

vergangenes WE war der IM 70.3 in Rapperswil, Schweiz, mein erster Formtest. Insgesamt bin ich sehr zufrieden, immerhin bin ich 2. in der AK30 geworden, 4.schnellster Amateur :-)
Hier eine kleiner Bericht zum Rennen und Wettkampf.

Die Organisation war hervorragend, die Schweizer halt. Samstag abend gab es eine Pasta-Party mit einer Tanz-Show-Einlage und Rosenkönigin. Verpflegung, auch im Wettkampf, Zuschauer, Helfer etc., ich war echt begeistert.

Geschwommen wird 1 Runde im Züricher See, wobei jede AK eine Startgruppe bildet. Das Wasser war mit 15,7° kalt, aber nicht unangenehm. Ich startete 9:15h, Josef 9:30h, Christoph 9:45h. Nach dem kurzen Anfangsgewühle hatte ich das erste Mal einen Wasserschatten. Allerdings war er genauso schnell wie ich, d.h. hinter ihm war es relativ entspannt, aber vorbei gekommen bin ich dann auch nicht mehr -> d.h. für mich, ich muss anfangs schneller los schwimmen, um einen schnelleren Wasserschatten zu bekommen.
Nach exakt 30:00min war das Schwimmen zu Ende und es folgte ein ca. 3-400m langer Lauf zur Wechselzone.

Die Radrunde wurde im Vergleich zum Vorjahr verändert und weist jetzt knapp 1000Hm mit ein paar giftigen bis zu 15% steilen Anstiegen auf: 10km flach, 10km bergig, 15km Abfahrt, 10km flach zurück, das ganze 2 Mal. Vor allem auf dem Rad merkte ich meine Trainingslagerwoche 1 Woche vorher. Es lief schon ganz gut, aber so richtig quälen konnte ich mich nicht, z.B. das die Oberschenkel am Berg brennen und so. Aber egal, auf der Geraden habe ich gut Druck gemacht und nach 2:20h war die zu kurze Radstrecke absolviert.

Das Laufen ging zäh los, da mein Puls nicht wirklich in Schwung kommen wollte, aber egal, das Tempo hat gepasst. Die Laufstrecke geht zunächst in die Stadt rein, über Kopfsteinpflaster und bei KM2 kommen die "Stairways to heaven", 65 Stufen hinauf zur Burg mit super Stimmung. Dann flach am Start/Ziel-Bereich vorbei in Richtung Stadium, dort 1 Runde und wieder zurück, das ganze 2 Mal.
Der Laufsplit war im Nachhinein das Highlight für mich, da mich zwar ab Schwimmausstieg niemand mehr überholt hat, aber beim Laufen konnte ich mit einem 1:20:58h Halbmarathon eine für mich sehr gute Zeit erzielen und die anderen Athleten im wahrsten Sinne des Wortes stehen lassen (selbst Frank Vytrisal war 1,5min langsamer :-) ).
Auch wenn ich gewusst hätte, dass Platz 1 nur 41 Sekunden entfernt lag, ich wäre wohl nicht mehr rangekommen.

Unsere Jugendherberge in Richterswil war absolut top, direkt am Züricher See.

Sportlichst
Thorsten