Montag, 14. Juli 2008

Quelle Challenge Roth


8:59:42h, Platz 39 Gesamt

Vor genau 17h bin ich gestern wohl als einer der glücklichsten Menschen im Eldorado der Triathlonhochburg von Roth eingelaufen.
Die Bedingungen waren alles andere als perfekt, 14° und Regen. Schon morgens auf den Weg zum Start hat es geschüttet was das Zeug hielt. Ich dachte auch mehrfach daran erst gar nicht zu starten, weil es auf dem Rad einfach zu gefährlich ist. Unentschlossen und vom Kopf her auch nicht wirklich konzentriert, stieg ich dann trotzdem um 6:20h ins Wasser. Als der Startschuss fiel, konnte ich mich gleich in einer sehr guten Gruppe „festbeißen“, die so schnell schwammen, dass ich gerade habe mithalten können. Nach 54:53min stieg ich aus dem Wasser und traute meinen Augen nicht, meine Bestzeit um 7min gesteigert.
Der Wechsel lief gut und knapp 5h Radfahren im Dauerregen, teilweise Platzregen, standen mir bevor. Ich fuhr etwas verhalten los, um zum einen den Puls in den Normalbereich zu bekommen und um nicht gleich alle Körner zu verschießen. Leider fand ich weder auf der ersten noch auf der zweiten Runde jemanden, an dem man sich hätte etwas beißen und mitziehen lassen können. Ich wurde von drei vier Athleten überholt, die aber einfach schneller waren oder aber die ich überholte, waren nicht schnell genug. Nach 1h spürte ich schon kaum noch meine Füße, so kalt und nass war alles. So oft wie in den knapp 5h hatte ich noch nie ans Aufhören gedacht. Aufmunternd war dann der Solarer Berg, an dem trotz Regen die Masse tobte, dass einem fast die Ohren abfielen. Die erste Runde hatte ich in 2:18h, geplant waren eher 2:12h, aber in Anbetracht des Wetters war das ok. Schlimm wurde es dann auf der zweiten Runde, das waren insgesamt die schlimmsten 180km, die ich je gefahren bin. Ich fühlte mich kraftlos, mein Puls sank immer weiter, meine Muskeln schmerzten und ich wurde von Athleten überholt, die ich sonst stehen lassen würde. Der Kalvarieberg hoch war die Hölle, Regen, Gegenwind, da ging gar nichts. Als ich endlich nach 2:22h die zweite Runde hinter mir hatte und in Eckersmühlen rechts nach Roth zurück durfte, kam ein Wettkampfrichter an und schrie mir „Thorsten, you are out of race!“ Ich dachte, ich spinne. Er erklärte mir, dass ich nicht auf der offiziellen Wettkampfstrecke sei und umkehren sollte. Ich hielt an, kehrte um und fuhr zurück. Nach ca. ½ km schrie mir ein Passant zu, ich bin falsch, ich soll umkehren und nach Roth fahren. Völlig verwirrt kehrte ich nochmals um und fuhr wieder nach Roth. Im Nachhinein dachte der Wettkampfrichter wohl, dass ich erst eine Runde gefahren wäre und zu früh abgebogen bin. Nach 4:55h, inkl. Diesem Faux Pas, war der Radpart beendet. Passend dazu hatte auch der Regen aufgehört.
Auch der zweite Wechsel lief gut und ich konnte den Marathon in Angriff nehmen. Schon auf den ersten Metern merkte ich, dass dies heute schwer werden würde, sehr schwer. Meine Füße fühlte ich gar nicht, meine Oberschenkel schmerzten, alles tat weh. Da ich die Sub9h ohnehin schon abgehakt hatte, lief ich relativ locker los. Das Tempo war aber anscheinend doch ganz gut, sodass ich 4:15min/km relativ locker laufen konnte. Nach ca. 15km bekam ich die ersten Krämpfe im Oberschenkel hinten und musste raus nehmen; mein erste kleiner Durchhänger. Die Krämpfe begleiteten mich dann bis zum Ziel. Am Kanal entlang lief ich dann im Schnitt ein 4:30er Tempo, manchmal auch nur 4:40. Einen weiteren Durchhänger hatte ich dann so bei KM27, in Richtung Schleuse Eckersmühlen. Da plagten mich die Krämpfe doch sehr und ich musste immer wieder Tempo raus nehmen, mein Puls war schon längst im GA1-Bereich, obwohl ich gefühlsmäßig hätte schneller laufen können. Ich rechnete schon meine Endzeit hoch, wenn ich ein 5er-Tempo durchlaufen könnte, so 9:09h könnten es noch werden. Witzig war ein Italiener, der mich gleich zu Beginn der Laufstrecke überholte und frage wie spät es denn sei, da waren wir 6:20h unterwegs. Den holte ich an der Schleuse wieder ein und wir liefen leicht versetzt zusammen weiter. Bei KM35 fragte er wieder nach der Uhrzeit, da waren es 8:29h und ich meinte schon, wenn er unter 9h bleiben will, muss er jetzt Gas geben, aber er konnte auch nicht mehr wirklich. So bei KM36 konnte ich seltsamerweise noch einmal beschleunigen und sogar die 4:15min/km halten, teilweise sogar schneller. Meine Hochrechnung ergab dann ca. 9:05h. Bei KM38 waren es schon 9:03h und ich verfluchte diesen Wettkampfrichter innerlich aufs Äußerste!! Die Uhr zeigte 8:55:30h bei KM-Schild 41. Es ging noch einmal kurz einen Anstieg hoch und ab oben bin ich los gerannt was das Zeug hielt. Am Eingang zum Zieleinlauf hatte ich noch 85 Sekunden und ich spurtete durch den Zielkanal hindurch. Jemand reichte mir noch einen Blumenstrauß, den ich gleich wieder weg warf und rannte einfach. Als ich durch das Tor kam, sah ich die Uhr gegenüber, noch 30 Sekunden, ich wusste, das würde reichen, SUB9!!! (Marathonzeit 3:04:52) Im Ziel drehte ich mich um, um die Endzeit noch einmal zu betrachten als der Italiener ca. 10 Sekunden hinter mir ebenfalls in unter 9h ins Ziel lief. Er kam gleich an und umarmte mich…
Das sind die Momente, wo sich jede noch so harte Trainingseinheit, jede vorher erlittene Qual bezahlt macht; diese Momente sind unbezahlbar, die muss man sich hart erarbeiten, schön, wenn man dann auch die Ernte und den Lohn einfahren kann…

Euer Thorsten

Mittwoch, 2. Juli 2008

Rothseetriathlon

Am vergangenen Sonntag fand zum 20.Mal der Rothseetriathlon statt, mein letzter Test vor Roth.
Am Freitag lag ich noch mit einer Magenverstimmung im Bett und überlegte am Samstag bzw. Sonntagmorgen, ob ich überhaupt starten sollte, entschloss mich dann aber doch dafür.
Schwimmen lief super; ich konnte die führende Gruppe zwar nicht halten und musste aber der 1.Wendeboe alleine schwimmen. "Führende Gruppe", vor zwei Jahren war ich irgendwo im Mittelfeld, wenn überhaupt. Nach 21:23min stieg ich aus dem Wasser und hörte hinter mir den Sprecher „Robert Kellermann!“ ankündigen, was mich zusätzlich motivierte, wenngleich er sicherlich nicht 100% konzentriert an den Start gegangen war.
Der Wechsel verlief für meine Verhältnisse super! Keine Pulsprobleme!
Radfahren war gut. Ich bin (ganz ungewohnt) mit einer starken Gruppe auf die Strecke und wurde sogar überholt, aber der absolute Raddruck war nicht da. Ich denke, dass ich zugunsten des Schwimmens etwas an meiner Rad- und Laufleistung eingebüßt habe. Erst in Tiefenbach konnte ich 2-3 Radler, die mich ständig umkreisten, abschütteln, musste aber dann den Rest der Strecke ganz alleine fahren; von hinten kam keiner, an die vorne kam ich nicht ran. Die rund 40,5km netto mit 370 Höhenmetern hatte ich nach 1:01h absolviert.
Der 2.Wechsel war mäßig, Schuhe "schnüren" dauerte zu lange.
Das Laufen ging halbwegs. Da konnte ich danke der 9.schnellsten Laufzeit von 37:45min auf den 10,4km noch Plätze gut machen und mich von Platz 16 auf Platz 11 vorkämpfen. Alle meine Vereinskollegen vom
VfL Triteam Nürnberg feuerten mich auf der Wendepunktstrecke nochmals an und motivierten mich, Danke an euch!!
Insgesamt belegte ich mit einer Zeit von 2:03:55h – neue Bestzeit – den 11.Rang gesamt und den 4. in der AK. Die Bedingungen und die Organisation waren beides sehr gut.
Meine Frau Denise nahm auch teil und kam deutlich unter der angestrebten 3h-Marke ins Ziel.
Jetzt heißt es Ruhe bewahren und sich (auch mental) auch den 13.7. vorzubreiten… und hoffen, dass sich die Wetterprognose von derzeit 19° und starker Regen noch auf 23° und bewölkt verbessert!
Euer Thorsten