Sonntag, 12. Juli 2009

Win-or-die - Der Quelle Challenge Roth 2009

Was soll ich dazu noch sagen, 8:39:27h, das dürfte wohl meine schnellste Langdistanz meines Lebens gewesen sein. Diese Zeit ist kaum noch überbietbar… eigentlich müsste ich jetzt mit Triathlon aufhören… mal wieder. Viele hatten mich gestern gefragt wie es denn jetzt weiter gehen soll, ich habe die gleiche Antwort wie schon letztes Jahr nach Roth, das Jahr davor und davor und… gegeben, einfach weiterhin Spaß an diesem Sport haben, das zählt.

Aber der Reihe nach. Ich hatte mir in meinen kühnsten Träumen eine 8:55h zugetraut, das war meines Erachtens nach gerade noch realistisch was meine Trainings- und Wettkampfdaten anging. Meine „Strategie“ war, mich beim Schwimmen einmal etwas zurück zu halten (ca.57min), endlich mal wieder einen guten Radsplit (4:50h) und einen 3:08h-Marathon dachte ich mir, sollte ich noch laufen können…
Letztlich sah es so aus, dass ich wie immer viel schnell angeschwommen bin, habe dann aber auf halben Wege zur Wende die Gruppe ziehen lassen und auf die nächste gewartet. Nach ein paar Schlägen und etwas Gerangel wo mir auch meine Brille halb runtergeschlagen wurde, konnte ich mich dann auf dem Rückweg in Richtung zweiten Wendepunkt hinten einreihen und relativ entspannt im Wasserschatten schwimmen… gegen Ende hat das sogar fast Spaß gemacht und mit einer Zeit von 56:16min war ich sehr zufrieden.
Ein endlich mal gelungener Wechsel brachte mich nach weniger als 58min auf’s Rad, wo ich dann doch von Anfang an versuchen wollte meinen Puls auf über 150 zu halten. Bei KM7 oder so kam ein Motorrad mit Kamera an und ich hörte von hinten eine Stimme „Thorsten, winke mal in die Kamera“… und siehe da, mein Kumpel und Vereinskollege Krelli war auch da, wobei ich echt überrascht war, ich dachte er wäre schon fast bei Greding :-) Wir konnten dann bestimmt 120km zusammen fahren und es hat echt Spaß gemacht, das Tempo war hoch, die Stimmung klasse,, z.B. am Kalvarienberg, nach Hip zurück und natürlich am Solar Berg der Hammer, da wird man regelrecht „hochgeschrien“ es lief einfach. Die erste Runde war in gut 2:14h absolviert und es ging auf die zweite. Krelli meinte nur „So, jetzt geht’s los“ und ich – mit einem kleinen Durchhänger – ahnte Böses :-) Auf der Strecke war mittlerweile deutlich mehr los, da die ganzen Staffelradler auch da waren und manche dachten wohl, dass sie da einfach mal mitfahren können, überholten einen, ließen sich wieder zurückfallen. Somit wurde das Tempo immer weiter verschleppt und am K.Berg wurde mir das echt zu blöde, ich attackierte und fuhr mehr oder weniger alleine vorn weg, in der Hoffnung, dass nur der Krelli mitfahren kann. Aber ich kam immer besser in Tritt und dachte mir „win or die“, jetzt fährst du was das Zeug hält. Die zweite Runde hatte ich dann in 2:12h und sah, dass ich einen Radsplit unter 4:40h schaffen könnte. Etwas übermotiviert bin ich dann die letzten 8km von der Kanalbrücke bis zum zweiten Wechsel in 11min oder so gefahren, was ging, aber der Radsplit mit 4:39:13h steht ein Leben lang.
Nach 5:39h ging dann auf die Laufstrecke, 10min schneller als geplant und ein 3:20h-Marathon hätte für mein Ziel „Sub9“ gereicht. 3:10h für den Marathon und ich würde unter 8:50h bleiben, das war mein Ziel, d.h. jeden Kilometer unter 4:30min, das sollte machbar sein… aber bereits auf den ersten Metern hatte ich solche Schmerzen im Schienbeinbereich, dass ich echt ans Aufgeben gedachte hatte, da ging gar nichts, die Muskels hatten gebrannt ohne Ende. So schleppte ich mich die ersten 4-5km mit fürchterlichen Schmerzen dahin, zudem überholten mich noch 2 Athleten mit einem Tempo als ob sie noch den Sieg einfahren wollten, was mich natürlich noch langsamer aussehen ließ. Egal wie, das Tempo war dennoch mit ca. 4:15min/km gut und so eierte ich in Richtung Kanal und ersten Wendepunkt. Da kam mir dann auch Stadler & Co entgegen (da war er noch führend). Am ersten Wendepunkt wurde hinter mir die 2. und 3. Frau angekündigt. Die 2. Frau (Keat) überholte mich dann auch, aber egal. Ich lief meinen Stiefel weiter und konnte das Tempo echt sehr konstant halten. An dieser Stelle möchte ich mich beim Marcus Schattner bedanken, der mich auf der Strecke nicht nur mit Iso-Gels versorgt hat, sondern immer und immer wieder angetrieben hat! Ab KM23-24 etwa merkte ich dann auch wie es mit jedem Kilometer zunehmend noch härter wurde. Die Strecke zum 2.Wendpunkt war doch schon die reinste Qual, aber die Gedanke, eine 8:4x zu haben spornte mich an. Viele viele Kumpeln, Vereinskollegen etc. feuerten mich, sangen sogar Lieder, motivierten mich, sodass ich gar nicht hätte langsamer werden können. Nach dem Wendepunkt, wieder zurück am Kanal, lagen dann die letzten 9km vor mir und ich wusste es geht „nach Hause“. Aber wie gesagt, der körperliche Verfall schritt fort und ab KM39 bahnten sich dann zunehmend Krämpfe an. Die Zuschauer, andere Athleten etc. nahm ich gar nicht mehr wahr, ich wollte nur noch ins Ziel. Ich lief beim Arndt-Zelt vorbei, wo Hannes versuchte mich nochmals richtig zu motivieren. Bei KM-Schild 41 sagte meine Uhr 8:35:xx, d.h. ich konnte auch noch unter 8:40h bleiben, genau das wollte ich dieses Jahr vermeiden, keinen Schlussspurt, sondern den Zieleinlauf genießen, aber wie Hannes zu mir meinte „Der Schmerz vergeht, der Ruhm“ bleibt, so habe ich wie im Jahr zuvor noch einmal versucht zu beschleunigen, alles aus meinen Körper rauszuholen und bin gerannt. Letztes Jahr hatte ich 4:20min gebraucht, dieses Jahr musste ich schneller sein, aber am Beginn des Zielkanals hatte ich noch ca. 100sek, das sollte reichen… als ich dann plötzlich die 2.Frau vor mir hatte mit Kindern mit Luftballons im Schlepptau, ich dachte ich werd' nicht mehr, die tänzelte da umher und ließ sich natürlich feiern und ich hinter ihr und komme nicht vorbei bzw. da überholt man einfach nicht. Ich wäre fast durchgedreht und als sie dann mich bzw. die Uhr gegenüber sah, begriff sie, lief weiter und ich sah, dass es reichen würde. Mit etwas Abstand hinter Keat lief ich mit einer Marathonzeit von 3:00:30h dann nach 8:39:27h ins Ziel, eine Zeit, die ich mir NIE hätte auch nur erträumen lassen… der Triathlon-Höhepunkt in meinen Leben, die schnellste Langdistanz meines Lebens, das steht fest.

Vielen vielen dank an alle, die mich angefeuert und unterstützt haben, mit denen ich trainieren konnte, die mich stets motiviert haben, die… Danke an Alle!

Der Krelli kam übrigens mit 8:54:58h deutlich unter 9h ins Ziel – Glückwünsch mein Großer!
Und meine Frau Denise fuhr in der Staffel die 180km Rad in fantastischen 6:11h!!

Sportlichst
Euer Thorsten

P.S.: Meine Beine, vor allem die Waden, schmerzen heute schon etwas… aber die Schmerzen vergehen ja :-)

Dienstag, 7. Juli 2009

Charity-Lauf in Kalchreuth

Am Freitag, den 26.6. durfte ich noch bei einem Wohltätigkeitslauf in Kalchreuth teilnehmen. Eine Arbeitskollegin - die Ilona Nunhöfer -, deren Tochter in der 2.Klasse der Grundschlue Kalchreuth ist, hatte mich gefragt, ob ich nicht zwischen 14-16h ein paar Runden laufen will, wobei für jede 500m-Runde der Pate/die Patin eines jeden Kindes zahlen muss. Ich habe noch ein paar Kollegas (Susi, Denise, Sebastian, David) animiert, und so liefen wir zu fünft 1h lang umher...
Wir starteten erst um 15h, holten aber Runde für Runde auf!
Und siehe da, die 2.Klasse hat gleich einmal gewonnen und hat als besonderes Schmankerl anstelle einer Mathestunde jetzt 1h Spielplatz ergattert.
Insgesamt kamen rund 1000€ zusammen!


Das Bild stammt von Ilonas Tochter, auf dem haben ihre Klassenkameradinnen unterschrieben, voll genial!!!

keep on running
Thorsten