Montag, 21. Dezember 2009

Peru

Buenos dias,

Denise und ich waren vom 1.-19.11. in einer anderen Welt, wir haben einen Aktivurlaub in Peru gemacht, wo wir sehr viel erlebt haben.
Wir waren in einer Gruppe von 12 Leuten unterwegs (je 6 Frauen und Männer, davon aber nur 2 Pärchen), alle in unserem Alter. Bereits am 3. Tag haben wir festgestellt, dass wir die Tour etwas unterschätzt haben, denn es ging gleich zu Beginn in die Vollen, mountainbiken, rafting, wandern etc. Letztlich hatten wir in den 2,5 Wochen Peru gerade 2x einen halben Nachmittag freie Zeit, sonst war immer Programm.
Von Lima aus ging es gleich am nächsten Morgen nach Cusco, einer 300.000 Einwohnerstadt im Landesinneren auf rund 3.500m Höhe; Cusco war sozusagen unser Dreh- und Angelpunkt. Dort angekommen sind wir erst einmal 3h mit dem Bus gefahren, dann gleich auf die Mountainbikes, Downhill und so, noch eine Besichtigung und irgendwann abends waren wir im Hotel, hundemüde. Am nächsten Tag um 4h aufstehen, Busfahrt, rafting, Mittagessen, mountainbiken, abends noch Essen gehen.

Vom 3.-6.Tag sind wir den Salkantay-Trial gewandert, was hieß, jeden Tag um 4:30h aufstehen, 5-7h wandern, da mussten wir über ein 4.600m-Pass bei Regen und Schnee… am 4.Tag war dann Aufstieg zu Maccu Picchu, 4h morgen los laufen oder besser gesagt 2h lang nur Treppensteigen, damit wir unter den ersten 200 Menschen am Eingang stehen, nur damit wir dann innerhalb des Geländes nochmals 1h Treppensteigen dürften, nur um Wayna Picchu zu erklimmen… aber es hat sich gelohnt.

Völlig gerädert kamen wir dann nachmittags wieder in Cusco an, wo wir dann mal ein paar wenige Stunden für uns hatten.
Am nächsten Tag ging es gleich weiter auf über 4.100m, wo wir dann 2 Tage lang mit den MTBs bis auf 500m in Dschungel hinab gefahren sind. Anschließend waren wir 4+1 Tage im Dschungel (+1 weil der Pilot nicht kam und im Krankenhaus lag, es hieß nur „vielleicht kommt er morgen, vielleicht auch nicht…“). Der Dschungel hat uns am meisten beeindruckt, denn das kannten wir in der Form noch nicht, das war einfach fantastisch. Unser Guide, ein Biologe, hat uns sehr viel über Tiere und Pflanzen erzählt und Wanderungen bei 35° im Schatten bei gefühlten 300% Luftfeuchtigkeit waren besonders lustig, vor allem weil man lange Sache anhaben musste um nicht vollkommen zerstochen zu werden.

Als das Flugzeug nach 5 Tagen dann doch kam, waren wir wieder in Cusco und sind tags darauf gleich wieder aufgebrochen, 8h Busfahrt zum Titicaca-See, wo wir noch 2 Tage verbrachten, 1 Tag davon bei Einheimischen, was natürlich schon ein bisschen touristisch war, aber dennoch authentisch wirkte. Es war wirklich interessant zu sehen wie die Peruaner auf 4.000m Höhe leben, da relativieren sich viele „Probleme“, die wir Europäer so haben. Überhaupt relativiert sich vieles, wenn man sieht wie einfach aber glücklich Menschen leben können, wenn nicht ständig nur um Geld und Neid geht.

Wie auch immer, vom Titicaca-See aus (der ist 13x so groß wie der Bodensee) ging’s zurück nach Lima und nach einer Crash-Stadtrundfahrt auch wieder zurück in eine (von Peru aus gesehen) andere Welt.
Der Urlaub in Peru hat uns sehr beeindruckt, vor allem die Natur ist sehr beeindruckend. Und wenn man das ganze dann auch noch mit aktiver Bewegung spickt, einfach hervorragend!!

Natürlich gäbe es zig tausend Geschichten zu erzählen, von Jesus Meerschweinchen essend beim Abendmahl, über Rheumakranke Schilfinselbewohner auf dem Titicaca-See, oder einfach nur Viehzeugs in unseren Hütten im Dschungel…

Grüße
Thorsten